Nach allem, was man weiß, wird der Basilisk als Schlange identifiziert. Er ist das Monster von Slytherin, und das Haussymbol von Slytherin ist eine Schlange. Harry kann mit ihm in der Parseltongue sprechen, der Sprache der Schlangen. Das Design des Basilisken im Film Harry Potter und die Kammer des Schreckens ähnelt jedoch eher einer beinlosen Eidechse als einer Schlange. Und ja, für alle, die sich wundern: beinlose Eidechsen sind echte Tiere. Sie ähneln Schlangen sehr, bis auf eine Handvoll entscheidender Unterschiede, die der Basilisk alle aufweist.

1. Sichtbare Augenlider

Es ist eine einfache Tatsache, dass Schlangen keine Augenlider haben, niemals. Wenn man sich die Augen von Schlangen ansieht, wirken sie fast wulstig, da sie nicht von den Hautfalten umgeben sind, die das Augenlid ausmachen. Der Basilisk hat jedoch ein deutlich sichtbares Augenlid, das es ihm ermöglicht, seine Augen nach Belieben zu schließen und zu öffnen, ähnlich wie eine Eidechse. Ich persönlich denke, dass ein Basilisk, der seine Augen nicht schließen kann, noch furchterregender wäre, da sein tödlicher Blick nicht ausgeschaltet werden könnte, abgesehen davon, dass er völlig geblendet wäre.

2. Solider einteiliger Unterkiefer

Es sieht oft so aus, als würden Schlangen ihren Kiefer ausrenken, wenn sie ihre Beute packen und verschlucken, aber das ist nicht der Fall. Schlangen haben einen Kiefer, der aus zwei Knochen besteht, den sogenannten Mandibeln. Anders als beim Menschen sind diese Kiefer nicht miteinander verschmolzen. Stattdessen können sich die beiden Knochen unabhängig voneinander bewegen, was es der Schlange ermöglicht, so verhältnismäßig große Beutetiere zu verschlingen. Die beinlosen Echsen hingegen haben einen massiven, einteiligen Unterkiefer, der weniger beweglich ist, und jagen daher meist kleinere Beutetiere. Vielleicht ist das der Grund, warum der Basilisk in Harry Potter auf Menschen losgeht. Er kann buchstäblich keine größere Beute fressen.

3. Schuppen

Wer schon einmal die Gelegenheit hatte, eine Schlange zu streicheln, weiß, dass sie glatte Schuppen haben, die flach am Körper anliegen. Im Gegensatz dazu haben Eidechsen eine eher wulstige und kieselige Haut. Wenn man sich die Schuppen des Basilisken ansieht, wird deutlich, dass seine Haut rau und holprig ist, nicht glatt. Es gibt zwar einige glattere Schuppen auf seinem Unterbauch, aber auch das ist für Echsen nicht ungewöhnlich.

4. Ohrlöcher

Während Parseltongue ein wirklich cooles Konzept ist, könnte es in der Theorie eigentlich nie funktionieren. Schlangen sind taub. Sie nutzen Vibrationen, um ihr fehlendes Gehör zu kompensieren, so dass sie ankommende Kreaturen wahrnehmen können. Ich wäre bereit, der Parseltongue eine Chance zu geben, da sie eine magische Sprache ist. Allerdings hat der Basilisk im Film sichtbare Ohrlöcher, was bei Schlangen nicht der Fall ist. Beinlose Echsen haben allerdings Ohrlöcher.

5. Kopfform

Beim Betrachten des Kopfes des Basilisken fielen mir zwei Dinge auf. Das eine waren die Nasenlöcher, die bei Schlangen eher unauffällig sind und sich normalerweise auf jeder Seite des Kopfes befinden. Die Nasenlöcher des Basilisken sind jedoch viel weiter nach vorne gerichtet, und die allgemeine Form seiner Schnauze ist eher echsenartig. Das zweite, was mir auffiel, waren seine Hörner. Im Allgemeinen haben die meisten Schlangen keine Hörner, und bei den Arten, die welche haben, ragen sie direkt über den Augen heraus, nicht am Hinterkopf.

6. Fehlende gegabelte Zunge

Zunächst einmal muss ich zugeben, dass wir die Zunge des Basilisken im Film kaum sehen. Das ist an sich schon ungewöhnlich, denn Schlangen benutzen ihre Zunge, um die Luft zu riechen und Beute zu finden, also hätte der Basilisk das bestimmt getan, wenn er eine Schlange wäre – vor allem, nachdem er erblindet war und sich auf andere Sinne verlassen musste. Wenn man sich jedoch die verfügbaren Bilder seines offenen Mundes ansieht, sieht es so aus, als hätte er keine gespaltene Zunge. Schlangen haben immer gespaltene Zungen, Echsen nicht.

7. Zähne

Ich werde es nicht leugnen: Die Zähne des Basilisken sahen im Film wirklich cool und gruselig aus. Es war auf jeden Fall ein dramatisches Bild, als Harry dieser riesige Reißzahn aus dem Arm ragte. Allerdings hat keine Schlange tatsächlich solche Zähne. Schlangenzähne sind in der Regel viel dünner und eher nadelartig. Außerdem hat der Basilisk ein ganzes Maul voller Zähne, eine obere und eine untere Reihe. Schlangen haben eigentlich gar nicht so viele Zähne. Manche haben nicht einmal Zähne in der unteren Reihe, und die meisten Zähne, abgesehen von den beiden Hauptzähnen, sind nicht sehr ausgeprägt. Der Basilisk ist zwar ein furchterregendes Reptilienmonster, aber eigentlich keine Schlange. Zumindest in der Filmversion ist er keine.

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